Vereinsgeschichte

Eine Zeitreise durch die Geschichte des KCK

Die Narretei hat in Kallenhardt eine noch viel längere Tradition, als es das Gründungsjahr des Karnevals-Clubs vermuten lässt. Denn bereits vor 1983 führte die Kolpingfamilie in jedem Jahr einen bunten Abend als Kostümball durch. Nicht nur der Kolping gab sich närrisch, auch die Schützenbrüder bereicherten die kulturelle Szene des Bergdorfes mit einem Kostümball. Der Stammtisch die "Kannenböcke" nahm schon 1976 zum ersten Mal am Rüthener Rosenmontagszug teil.

Man schrieb das denkwürdige Jahr 1983, als die "Kannenböcke" wieder einmal den Rüthener Rosenmontagszug als Dallas-Familie auf einem von Franz Padberg gestalteten Wagen bereicherten. Der überwältigende Erfolg dieser närrischen Aktion ließ Ditmar Kruse und Franz Padberg die Pläne für einen eigenen Karnevals-Club in Kallenhardt reifen. Im Herbst kamen die Stammtischmitglieder und der Kegelclub "Das volle olle tolle Dutzend" in dieser Angelegenheit zusammen. In fröhlicher Runde legte man den Grundstein für den einzigartigen Kallenhardter Karnevals-Club, der     - wie sollte es anders sein - am 11.11.1983 von damals 15 Mitgliedern aus der Taufe gehoben wurde.

Die ersten Wahlen zum Vorstand erbrachten folgendes Ergebnis: An die Spitze des neuen KCK wurde als 1. Vorsitzender Franz Padberg gewählt, der in Alfred Rüther als 2. Vorsitzenden einen ebenso närrischen wie würdigen Stellvertreter fand. Sitzungspräsident wurde Hubert Knippschild und für die Finanzen des neu gegründeten Vereins zeichnete Ditmar Kruse als Schatzmeister verantwortlich. Das ehrenvolle Amt des Zeremonienmeisters wurde Raimund Menzel zugedacht.

Als wichtigste Aufgabe des frisch gewählten Vorstandes standen die obligatorische Bildung eines Elferrates und die Terminierung des ersten Kostümballs des KCK an. In bewährter Tradition sollte hier der Schützenverein wiederum die Schirmherrschaft übernehmen.

Der erste Kostümball des KCK war ein voller Erfolg, und seither erklingt in Kallenhardt alljährlich der Narren-Schlachtruf "Mäh Mäh", den sich die Karnevalisten bei ihrem Wappentier dem Ziegenbock entliehen haben. Immer dann, wenn in Köln ein kräftiges Alaaf oder in Mainz ein närrisches Helau die Stimmung anheizt, ertönt beim KCK aus allen Kehlen ein dreifach schallendes Kallenhardt Mäh Mäh. Damals mussten die Narren noch ihr Improvisationstalent unter Beweis stellen. Die Mützen wurden von den Hirschberger Karnevalisten entliehen und die Rüthener Karnevals-gesellschaft stand den Nachbarn aus Kallenhardt nicht nur mit Rat und Tat zur Seite, sondern sie stifteten auch mit dem stattlichen Ziegenbock "Löffel" (benannt nach dem Vereinswirt) das Maskottchen des KCK.

Zur Überraschung aller Festteilnehmer konnten die Kallenhardter Narren bei ihrem ersten Kostümball mit Alfred Rüther und Erika Teipel das erste KCK-Prinzenpaar vorstellen.

Improvisieren war angesagt in dem jungen Club junger Narren. Die erste Elferratsbühne bestand damals noch aus einem Baugerüst auf Rädern, die vergebenen Orden waren in mühevoller Handarbeit selbst gefertigt worden. Das Programm wurde ausschließlich von heimischen Akteuren gestaltet, die ihr Bestes gaben und mit reichlich Beifall bedacht wurden. Im Jahre 1984 nahm der KCK Elferrat erstmals geschlossen am Rosenmontagszug teil.

Auch die finanzielle Seite gab zu keinerlei Klagen Anlass. Bei der ersten Rechnungslage fiel das Ergebnis so gut aus, dass der Schützenverein als Schirmherr nicht in Vorlage zu treten brauchte. Mit einem Sommerfest bedankte sich der KCK bei allen Akteuren für die gelungene Session und konnte auch gleich verkünden, dass man in der kommenden Narrenzeit mit eigenen Mützen gehen wolle.

Beim Kostümball des Jahres 1985 wurde auch die Kallenhardter Geistlichkeit in das närrische Treiben eingebunden, Pastor Josef Sauerwald bekam einen Platz im Elferrat des KCK. Im selben Jahr war darüber hinaus zum ersten Mal das prächtig kostümierte Kallenhardter Prinzenpaar im Rüthener Rosenmontagszug mit von der Partie.

Ein ganz entscheidender Meilenstein in der Geschichte des KCK war im Jahr 1986 die Gründung der Ulkkapelle. Federführend war hier der Stammtisch "Dei echten Callenhoesken", der mit "Piz Rambo" auch den unvergleichlichsten Dirigenten stellte. In das Jahr 1986 fiel auch die Gründung der neuen Tanzgarde, deren Training Regina Meschede und Gaby Gerwiner übernahmen. Die Garde des Kallenhardter TV wurde in den KCK übernommen.

Man schrieb das Jahr 1986, als sich der KCK erstmals eine Satzung gab und 1990 war es dann so weit, dass auch die Gemeinnützigkeit der Kallenhardter Narren anerkannt wurde.

Der Narrennachwuchs wurde erstmals 1987 durch den Kinderkarneval in das närrische Treiben eingebunden. Anfangs wurde das Spektakel alljährlich an Weiberfastnacht in der Schützenhalle gefeiert. Die Kinder der Grundschule, des Kindergartens und die Tanzgarden gestalten ein ansprechendes Programm nach dem Motto: "Von Kindern für Kinder". Seit 2012 wird mit den Kindern der Karneval nun am Freitag nach Weiberfastnacht gefeiert.

Wie es sich für gut organisierte Narren gehört, strebte der KCK natürlich auch die Aufnahme in den Bund Westfälischer Karneval (BWK) an, die dann auch im September 1987 vollzogen wurde. Die Kallenhardter Karnevalisten wurden beim großen BWK-Kongress in Warstein originellerweise ausgerechnet als der 111. Verein im Dachverband aufgenommen.

Mit dem Bau einer neuen Elferratsbühne begann der KCK im Januar 1987. Diese Bühne wurde zur Sitzung im Jahr 2000 von einigen Elferratsmitgliedern umgebaut, so dass nur noch 2 Sitzreihen vorhanden waren. Im Jahr 2014 wurde der Bühnen-aufbau komplett erneuert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Mit einer absoluten Neuerung warteten die Kallenhardter Narren bei der Sessions-eröffnung des Jahres 1988 auf, denn am 11. November diesen Jahres wurden erstmals mit Walter Lohn, Josef Mekus und Bernhard Brandschwede drei Senatoren getauft.

Mit dem Bau einer 8x5 Meter großen Tanzbühne wurde im Winter 1988/89 begonnen, und die Kallenhardter Karnevalisten bewiesen auch hier, dass sie nicht nur ausgelassen und närrisch feiern, sondern auch ordentlich zupacken können. Die Bühne wurde komplett in Eigenleistung erstellt.

Seit dem Winter 1989 präsentiert sich der Elferrat des KCK auch in einem einheitlichen, ansprechenden Ornat, nachdem neue Jacken angeschafft wurden. Durch großzügige Spenden der heimischen Firmen konnte das Ornat im Jahr 2015 nochmals komplett neu angeschafft werden, da im Laufe der Zeit immer wieder neue Mitglieder in den Elferrat aufgenommen wurden und einige ausgeschieden waren.

Die Witterung und die weltpolitische Lage machte den Narren in den Jahren 1990 und 1991 einen dicken Strich durch die Rechnung. War es im Jahre 1990 ein katastrophaler Sturm mit Eisregen, der den Rosenmontagszug unmöglich machte, so wollte ein Jahr später angesichts des Golfkrieges kaum jemand ausgelassen närrisch durch die Straßen von Rüthen ziehen. Auch dieser Rosenmontagszug wurde abgesagt.

Karneval wurde allerdings trotz des Golfkrieges nicht nur in Kallenhardt gefeiert. Auch die Hirschberger und Suttroper Narren kamen zu der Überzeugung, dass man die Welt wohl kaum dadurch verändern könne, dass man sich grüblerisch in den Schmollwinkel zurückziehe. Durch die gemeinsamen Aktivitäten in der Karnevals-session 1990/91 erfuhr die bisher schon hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Hirschberger, Suttroper und Kallenhardter Karnevalisten weiteren Auftrieb.

Im Januar 1992 bestanden Birgit Aust, Eberhard Rüther, Johannes Wördehoff, Alfred Finger und Claus Eickhoff bravourös ihre närrische Senatorentaufe. Im Sommer diesen Jahres hob der KCK eine neue Mini-Garde aus der Taufe, die von Nadine Finger und Birgit Lohn trainiert wurde.

Durch Marie-Luise Schmücker und Werner Stöber wurde der Senat im Jahr 1994 erweitert. In diesem Jahr traf sich der Elferrat zu einer ersten Klausurtagung in der SGV-Hütte in Ringelstein. Dieses interne Treffen findet seither jährlich an verschiedenen Orten statt.

Nach 14-jähriger Amtszeit als Sitzungspräsident stellte sich Hubert Knippschild in der Generalversammlung im Jahr 1997 nicht mehr zur Wahl, die Anwesenden wählten Dieter Ebers als seinen Nachfolger. Im gleichen Jahr beteiligte sich der Elferrat mit einer Mönchsklause am 925-jährigen Dorfjubiläum. Ebenfalls wurde im Jahr 1997 eine neue Tanzgarde mit 18 Mädchen im Alter von 7-10 Jahren, trainiert von Tanja Kruse und Michaela Paulitscheck, gegründet.

Dass der KCK nicht nur feiern kann, beweist der Elferrat seit 1998. Anlässlich des Dorfjubiläums hatte man die Patenschaft für die Grubenteiche in Kallenhardt übernommen. Zur Erhaltung dieser Anlage trifft sich nun alljährlich der Elferrat dort, um überschüssige Bäume und Sträucher vom Uferbereich zu entfernen. Im gleichen Jahr wurden Ditmar Kruse und Hubert Knippschild als Senatoren aufgenommen.

Bis zum Jahr 1999 feierte der Elferrat mit vielen anderen Karnevalisten am Freitag nach Weiberfastnacht Karneval bei Ensten Horst in dessen Schmiede in Warstein, schon traditionsgemäß trugen die Ulkkapelle und die Tanzgarden zur Programmgestaltung bei. Auch die Elferräte ließen es sich nicht nehmen, aktiv mitzuwirken, und so wurde das ein oder andere Döneken aufgeführt.

Ab Oktober 2000 ist der KCK im Internet unter der Adresse www.kc-kallenhardt.de vertreten. Einigen Elferratsmitgliedern und interessierten Kallenhardtern ist es zu Verdanken, dass alljährlich der "Bockschuss" erscheint. Der ein oder andere konnte seitdem nachlesen, welches Missgeschick ihm passiert war und so, meist ungewollt, zur allgemeinen Erheiterung beitragen.

Der langjährige Vorsitzende Franz Padberg legte in der Generalversammlung 2001 sein Amt nieder, sein Nachfolger wurde Klaus Cramer. Der gesamte Verein bedankte sich bei Franz für seinen unermüdlichen Einsatz und die Aufbauarbeit in den vergangenen Jahren.

Im Frühjahr 2002 wurde eine dritte Tanzgarde gegründet.

Mit den Jahren wuchs der Fundus des KCK und auch der Wunsch nach einem eigenen Prinzenwagen, dessen Unterbau für mehrere Jahre gebraucht werden konnte, wurde immer größer. Als die Feuerwehr zudem noch die Garage, in der bisher alles verstaut wurde, für sich beanspruchte, konnte der Verein die beiden ehemaligen Garagen der Feuerwehr, zuletzt als Teilstandort des Bauhofes genutzt, von der Stadt Rüthen zur Nutzung bekommen. Bedingung war, dass der Verein für einen neuen Anstrich der Fassade sorgte. Noch im gleichen Jahr wurde ein LKW-Anhänger gekauft und in der Session 2002/2003 in Wördehoffs Garage als Prinzenwagen umgebaut, wie immer in Eigenleistung.

Zur Sessionseröffnung am 11.11.2005 konnte der KCK mit Simon Koerdt das 444. Vereinsmitglied begrüßen.

Das 22-jährige Jubiläum des KCK wurde am 19. November 2005 mit einem Empfang für benachbarte Karnevalsvereine und Kallenhardter Vereine eröffnet. Bei der Jubiläumssitzung wurde zahlreichen Narren und 16 Gastvereinen ein dreistündiges Programm geboten.

Als neuer Sitzungspräsident wurde Christoph Mekus in der Generalversammlung im Jahre 2006 gewählt.

Ein Jahr später stand beim Besuch des Ortsvorstehers Ditmar Kruse im alten Rathaus eine weitere Senatorentaufe auf dem Programm. Als neue Senatoren wurden Winfried Eschrich, Gerd Rüther und Franz Padberg aufgenommen.

Zum Weihnachtsmarkt 2014 in Rüthen war der KCK mit einem Stand vertreten und konnte so auch außerhalb der Session den Kassenstand ein wenig aufbessern. Im gleichen Jahr wurden Josef und Reinhard Hölscher, Günter Ruberg und Ralf Bartmann zu Senatoren ernannt.

Die Ulkkapelle, bereits in der dritten Generation, erfährt ihre Unterstützung durch den Verein. Die Teilnahmen am Kolpingkarneval, bei Pfarrfesten, an Jubiläen anderer heimischer Vereine, an Turnieren der Tanzgarden, Klausurtagungen, mehrere Vorstandsitzungen, Durchführung des Kinderkarnevals und vieles mehr gehören zum jährlichen Ablauf eines Vereins, der zwar noch jung ist, sicher aber in 33 Jahren Wertschätzung und Anerkennung erworben hat.

Seit 2013 lenkt Bertram Dohle als 1. Vorsitzender die Geschicke des Vereins, gefolgt von seinem Vertreter Christian Frigge als neuem 2. Vorsitzendem.

Im 33 jährigen Jubiläumsjahr führt erstmals Mario Schulte als neuer Sitzungspräsident durch das Programm.

Blickt man zusammenfassend auf die Geschichte des KCK zurück, so kann man feststellen, dass die Kallenhardter Narren im kulturellen Geschehen der Gemeinde zu einem festen, beachtenswerten Faktor geworden sind, und das hohe Maß an Eigeninitiative auch für die Zukunft hoffen lässt. Wer ein bemerkenswertes, närrisches Programm auf die Beine stellen kann, ohne dabei einen Cent für auswärtige Profis ausgeben zu müssen, dem muss um die Narretei in Kallenhardt auch für die Zukunft nicht bange sein. Mäh, Mäh!

Prinzenpaar

Session 2018/2019

Harald und Monika aus dem Hause Köster

Orden & Motto

Session 2018/2019

Blanke Euter überall,
die Böcke feiern Karneval!

Fotos